Jedes Unternehmen ein Medium: Im Zeitalter der Informationsgesellschaft beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit der Beschaffung, Verwertung und Veröffentlichung von Informationen. „Dies äußert sich etwa in der zunehmenden Service-Orientierung von Marketingaktivitäten, deren Grundlage oftmals Informationsprodukte mit Service-Charakter – wie etwa personalisierte Produktportfolios, Recommender-Services oder Programmierschnittstellen samt Service-Levels – sind“, schreibt Tassilo Pellegrini in seinem Essay „Linked Data Licencing – Die Bewirtschaftung vernetzter Daten auf Basis von Linked Data Technologien“.

Sieht man sich die Ursachen dieser Entwicklung an, wird gleich der Bezug zu Linked Data sichtbar: Erstens wissen Service-orientierte Unternehmen um die Bedeutung wohlstrukturierter Daten Bescheid; zweitens „basieren Diversifikationsstrategien in der Service-Orientierung vielfach auf Konzepten der Zweit- und Drittverwertung bestehender Assets – idealerweise mittels Automatisierung“. Dafür müssen die Daten maschinell lesbar und verarbeitbar sein – was uns wieder zu Linked Data bringt.

Zwischen den Trends zur Service-Orientierung und zu Linked Data-Technologien scheint also ein Zusammenhang zu bestehen. Die folgende Abbildung illustriert diesen Zusammenhang:

Linked Data in der Content-Value-Chain

Linked Data in der Content-Value-Chain

Linked Data kann bestehende Dienste weiterentwickeln wie auch der Erschließung neuer Produkte und Dienstleistungen dienen – denn vernetzte Daten werden immer mehr verfügbar sein. Was das genau heißt, wird nun anhand verschiedener Perspektiven erklärt:

Produkt- und Service-Diversifikation: Erweiterung bestehender Recherchetools um konzeptbasierte Ansätze (moderierte Suche, Recommender-Systeme, Filtersysteme). Personen, Orte, Produkte, Preise, Aussagen u.v.m. könnten extrahiert und in weiterer Folge kosteneffizient zu personalisierten Dossiers verdichtet werden. Stichwort: „Roboter-Journalismus“.

Marktdiversifikation: Dynamic Semantic Publishing (DSP) führt zur Verlängerung wie auch Verdichtung bestehender Wertschöpfungsketten. So kann die semantische Anreicherung von Content (Verschlagwortung, Strukturierung) kann direkt im Entstehungsprozess des jeweiligen Content-Produktes stattfinden. Die Grenzen zwischen B2B- und B2C-Märkten verschwimmen.

Verwertungsmodelle: Metadaten werden zu Netzgütern, und mithilfe von Linked Data-Technologien können diese auch bewirtschaftet werden. In Sachen Urheber- und Datenrecht gehen die Ansichten aus dem web-Ökosystem und die traditionellen rechtlichen Ansätze allerdings noch auseinander.

Quelle: Tassilo Pellegrini – „Linked Data Licencing – Die Bewirtschaftung vernetzter Daten auf Basis von Linked Data Technologien“